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4. internationales Lawinensymposium

Erstellt am 27. September 2021

Das 4. internationale Lawinensymposium wird am 06.11.2021 im Arbeiterkammersaal durchgeführt:

Das Programm wird in Kürze veröffentlicht.

 

Anmeldung und Auskunft: arnold.studeregger@zamg.ac.at


Skitourenforum am 29.04.2021

Erstellt am 4. Mai 2021

Im Rahmen des „Schitourenforums“ des steirischen Lawinenwarndienstes fand auch in diesem Winter ein Fotowettbewerb zu den Kategorien Schneedecke, Alpinismus, Wetter und
Lawinen statt. Nach einem Fachvortrag von Veronika Hatvan zum Thema lokale Lawinenwarnung und einem Saisonrückblick von Alexander Podesser bildete die Präsentation der
prämierten Bilder und die Verleihung wertvoller Preise den Höhepunkt des Abends.
 

Die besten Bilder sind unter folgendem Link zu betrachten:

Präsentation Bilder Tourenforum 2020/2021

 

Wir gratulieren den Gewinnern!

Die Jury kürte folgendes Bild von Peter Pesendorfer zum besten Bild der Saison 20/21:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir wünschen einen schönen Sommer und freuen uns auf die Bilder der Saison 2021/22!


Wintereinbruch Mitte April

Erstellt am 16. April 2021

Eine markante Kaltfront, die am Montag (12.04.) von Nordwesten über die Steiermark zog, führte zu einem Wintereinbruch und für diese Jahreszeit zu stellenweise beachtlichen Neuschneemengen bis in viele Tallagen. Auf den Bergen fiel bis Mittwoch in den Hotspots (Eisenerzer Alpen, Ennstaler Alpen) bis zu ein knapper Meter Neuschnee. Bei anhaltend tief winterlichen Temperaturen stieg die Lawinengefahr speziell in den Regionen, wo stürmischer Nordwestwind dabei war, kurzzeitig deutlich an. Abseits der Gefahrenstellen konnte man noch einmal tolle Pulverschneeabfahrten genießen.

Der Kaltlufteinbruch (rot markiert) anschaulich dargestellt anhand der Daten der Station "Eisenerzer Ramsau". Besonders beachtlich die Schneehöhenzunahme im weiteren Verlauf am Pegel in 1018m Seehöhe. Quelle: LWD/Lawis
Neuschneesummen zwischen 12.04. und 14.04, Quelle: ZAMG/Snowgrid

 

Der lockere und kalte Neuschnee lagerte sich auf eine kompakte und stabile Altschneedecke bzw. auf bereits aperem Untergrund ab. Triebschneebereiche bildeten sich in höheren Lagen vor allem hinter Geländekanten und in steilen Rinnen aus. Schwachschichten in Form von dünnen, weiche Einlagerungen existierten vorrangig innerhalb der Schneeauflage.

Die dünne Schwachschicht (gelber Pfeil) konnte in diesem Beispiel zwar nicht bei der Schichtprofilaufnahme aber beim darauffolgenden Stabilitätstest gefunden und gestört werden (rote Pfeile = Schneeauflage, grüne Pfeile = Altschneedecke). Quelle: LWD

Mit der im April bereits kräftigen Strahlung (direkt und diffus) konnte sich die Schneeauflage trotz weiterhin gedämpftem Temperaturniveau wieder zunehmend rasch setzten. In tieferen Lagen wurde der bereits apere, warme Boden eingeschneit. Durch den entstandenen Schmierfilm kann die Schneeauflage bei einer ausreichenden Mächtigkeit auf steilen Wiesenhängen ins Gleiten kommen.

Gleitschneeaktivitäten auf Wiesenböschungen, beobachtet von unserem Lawinenmelder Hermann Kain. Quelle: Kain Hermann

Tipp:

Einen Beitrag der ZAMG, ob solche Kaltlufteinbrüche mit Schnee zu dieser Jahreszeit etwas Außergewöhnliches sind, findet ihr hier!


Frühlingshafte bis frühsommerliche Wetterphase

Erstellt am 30. März 2021

Wir sind derzeit inmitten eines Hochdruckgebiets und somit wird unser Wetter von strahlendem Sonnenschein und überaus milden Temperaturen geprägt. Im Flachland werden die prognostizierten Maxima an der 25-Grad-Marke kratzen, die laut meteorologischer Definition einen Sommertag markiert. Aber auch an höher gelegenen Stationen spiegelt sich die derzeitige milde Wetterphase in den stark angestiegenen Temperaturen wider.

Links: Österreich liegt im Zentrum eines "Hochs", das westlich und östlich von Tiefdruckzonen flankiert wird (Omega-Lage). Rechts: Abgesichert mildes Wetter in den kommenden Tagen, in weiterer Folge zeichnet sich ein größerer Unsicherheitsbereich ab und die Modellläufe haben eine deutlich ausgeprägtere Schwankungsbreite. Vor allem die genaue Lage der erwarteten Kaltluftvorstöße wird entscheiden, ob es mild, durchschnittlich oder doch eher frisch weitergeht... (Quelle: ZAMG)

Dieses derzeit überaus milde Wetter wirkt sich auch auf die Lawinensituation aus, die somit im Rahmen von klassischen Frühjahrsbedingungen einem tageszeitlichen Anstieg unterliegt und dabei von einigen Faktoren und deren Zusammenspiel bestimmt wird.

Tagsüber ist es die Kombination aus steigenden Temperaturen und bereits intensiver Sonneneinstrahlung, die zu einem Festigkeitsverlust führt, die Schneedecke destabilisiert und die Nass- und zum Teil auch die Gleitschneesituation forciert.

Dem entgegen wirkt die Ausprägung eines Stabilitätsgewinns während der Nachtstunden, wobei sich neben dem Temperaturverlauf vor allem die Ausstrahlungsverhältnisse auf die Verfestigung der Schneedecke auswirken. In Strahlungsnächten ohne Wolkendecke ist dieser Prozess am effektivsten und die Schneedecke kühlt stark aus und kann somit ausgeprägte „Festigkeitsreserven“ ausbilden. Diese werden von der Tageserwärmung und Sonneneinstrahlung am darauffolgenden Tag wieder abgebaut – natürlich umso schneller und stärker, je geringer der Ausstrahlungseffekt in den vorangegangenen Nachtstunden wirken konnte.

Gut zu erkennen ist die gestiegene Luftemperatur (links oben) im Laufe der vorangegangenen Tage wie auch der schwankende Verlauf der Schneeoberflächentemperatur (links unten) - rot hinterlegt ist die milde Phase untertags, blau die kühleren Stunden wären der Nachthälfte. Derzeit sind wir im Rahmen des Hochdruckgebietes in einer windschwachen Phase (siehe Diagrammverlauf rechts oben). Rechts unten ist die abnehmende Schneehöhe am Pegel durch Schmelz- und Setzungsprozesse gut zu erkennen. (Quelle: LWD Steiermark)

Ein Hochdruckgebiet bringt in der Regel eben genau diese Neigung zur Wolkenarmut mit und somit ist der Festigkeitsgewinn stärker ausgeprägt, die Verhältnisse bei einer Skitour am nächsten Tag stark vom Zeitpunkt und auch von der gewählten Exposition abhängig. Daher sollten Touren in den mild-warmen Frühjahrszeiten nach Möglichkeit früh gestartet und rechtzeitig beendet werden, um so der gestiegenen Nassschneeproblematik aus dem Weg zu gehen.


Kalt-warm gabs während dieser turbulenten Woche!

Erstellt am 13. Februar 2021

Die abgelaufene Woche war von sehr wechselhaften Witterungsbedingungen mit den entsprechenden Auswirkungen auf den Schneedeckenaufbau geprägt.

Am Ende der Ersten Februarwoche wurde es ungewöhnlich warm, die Schneedecke wurde bis in die Hochlagen feucht und sonnseitig firnig. Zu Wochenbeginn kam es dann vor allem in den südlichen Gebirgsgruppen zu ergiebigeren Niederschlägen, wobei es anfangs bis auf knapp 2.000m hinauf regnete. Deutlich geringer fielen die Niederschläge alpennordseitig aus, allerdings fiel auch hier anfangs Regen oder feuchter Schnee. In der Folge kühlte es deutlich ab, zu Wochenmitte (10.02.) schneite es abermals auf eine inzwischen stark verharschte Schneedecke. Es folgte unter Zufuhr kontinentaler Arktikluft ein Temperatursturz von etwa 15 Grad im Gebirge. Dazu wehte stürmischer Nordwind, der nur am 12.02. vorübergehend abflaute und danach wieder stärker werdend auf Nordost bis Ost drehte.

Temperaturverlauf an der Station Dachstein. Hier urde am 13.02. mit -29,4 Grad der tiefste Wert Österreichs in diesem Winter gemessen
Windverhältnisse an der Station Dachstein. Quelle: LWD

Der ganze für die Triebschneebildung zur Verfügung stehende Schnee fiel eigentlich nur am 10.02. und das war meist nicht viel (mit Ausnahme im Bereich der neuschneereicheren Turrach). Bei äußerst niedrigen Temperaturen und böigem Wind aus dem Nordsektor wurde dieser Schnee mehrmals umgelagert, es entstanden viele, meist kleinräumige Triebschneefelder, bevorzugt im Südsektor sowie kammnah. Die Verbindung zum darunterliegenden Harschdeckel wurde dabei zunehmend schlechter (wärmerer Harschdeckel/kältere Triebschneeauflage).

Weiche Schneeschicht an der Verbindung Harschdeckel/Triebschneeauflage. Quelle: LWD

Inzwischen wurden einige Selbstauslösungen vorwiegend im südausgerichteten Gelände registriert. Trotz Sonnenscheins ist es einfach derzeit zu kalt und zu trocken, als sich die Schneedecke hier setzten kann. Die kalten Temperaturen konservieren einfach die vorherrschenden Lawinenprobleme (kalt auf warm als Schwachschicht).

Also Vorsicht, auch wenns so aussieht, dass durch das mehrtägige Schönwetter schon eine Entspannung eingetreten wäre!

Nicht zu vergessen sind auch die Altschneeprobleme im schattseitigen Gelände! Auch hier gibt es durch den konservierenden Temperatureinfluss wohl noch länger keine Entspannung!

 

Schneebretter am Plankogel. Quelle: LWD
 
Schneebretter am Plankogel. Quelle: LWD
 
Schneebrett an der Stuhleck S-Seite. Quelle: LWD
 
Von Schifahrer ausgelöstes Schneebrett in der Roten Rinne - Eisenerzer Reichenstein. Quelle: LWD
 
Wechten am Siebenbrunnerkogel-Hochschwab, im Südhang darunter weicher Triebschnee. Quelle: LWD

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