Lawinenwarndienst Steiermark

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Föhnende – folgt nun der Winter?

Erstellt am 25. November 2016

Die anhaltende Föhnlage der letzten Woche sorgte für teils stürmische, vor allem aber für überdurchschnittlich milde Verhältnisse auf den steirischen Bergen. Die Schneedecke, die sich bei zwei Neuschneeereignissen in der ersten Monatshälfte bilden konnte und erstmals in dieser Saison für eine rege Tourenaktivität sorgte, fiel der Föhnlage leider großteils zum Opfer.

Anhaltende Föhnlage der letzten Woche mit kontinuierlich starkem SW-Wind, der die Temperaturen auf einem hohen Niveau hielt. Station Hohe Rannach, Quelle LWD Steiermark

Klassische Föhnszenerie in den Nordalpen: Im Ennstal hält sich der Nebel, Schnee existiert in mittleren- und tiefen Lagen nur mehr in künstlicher Form. Blick vom Rittisberg (25.11.) Richtung Osten, Quelle: Bergfex

Der weitere Ausblick: Kommt der Winter?

Hinsichtlich Temperatur kommen wir dem Winter schon wieder näher. Nach einem milden, teils noch föhnigen Samstag bricht dieser am Sonntag endgültig zusammen und es gelangt von Norden her kalte Luft nach Österreich. Niederschlag ist vorerst jedoch Mangelwahre, mehr als 10 – 15cm Neuschnee in den klassischen Nordstaugebieten werden nicht erwartet. Der weitere Wochenverlauf bleibt auf der kühleren Seite, hinsichtlich Schnee könnten zum Ende der kommende Woche alle Schneehungrigen erstmals wirklich auf ihre Rechnung kommen. Jedoch ist diese äußerst vielversprechende Neuschneeprognose noch sehr unsicher. Aber man darf hoffen…

Ein Hoch über den Britischen Inseln und ein Tief über dem Baltikum sorgen zu Beginn der neuen Woche für einen eher trockenen Kaltluftvorstoß. Quelle ZAMG

Wochenendausblick

Erstellt am 18. November 2016

In der Nacht auf den morgigen Samstag breiten sich aus dem Südwesten Niederschläge auf die gesamte Steiermark aus. Die Schneefallgrenze liegt dabei meist oberhalb von 2000 bis 2200m, lediglich während der Abend- und Nachtstunden (Nacht auf Sonntag) kann es in den nördlichen Gebirgsgruppen kurzfristig weiter herunter schneien.

Der Schwerpunkt der Niederschläge übers Wochenende liegt im Süden (Niederschlagssumme bis Montag Mitternacht in [mm]). Quelle: ZAMG

 

Am Sonntag klingen die Niederschläge noch in den frühen Morgenstunden ab und die Temperaturen beginnen spürbar anzusteigen. Der Südwestwind weht überaus stürmisch, wobei in den südlichen und östlichen Gebirgsgruppen die höchsten Windgeschwindigkeiten erreicht werden– auf der Hohen Rannach/Seetaler Alpen wurden bereits Spitzen von über 140 km/h gemessen.

 

Auf der Hohen Rannach wurden bereits Orkanböen von über 140km/h registriert. Quelle: LWD Steiermark

 

Schnee fällt am kommenden Wochenende meist nur in den Hochlagen, hier kann der überaus stürmische Südwestwind somit frischen Triebschnee bilden. Ansonsten durchfeuchtet bzw. durchnässt der Regeneintrag die Schneedecke und es kann zu spontanen Auslösungen kommen.

Auch die kommende Woche steht im Zeichen der stürmischen Südwestanströmung, was bedeutet, dass sehr milde Luftmassen (in 2000m erwarten uns Temperaturen durchwegs um etwa +5 Grad) der Schneedecke selbst in den hohen Lagen stark zusetzen werden.


Erwärmung und rasche Durchfeuchtung der Schneedecke

Erstellt am 16. November 2016

Mit einer zunehmend westlichen Anströmung wird durch Zufuhr deutlich wärmerer Luftmassen die kalte Wetterphase vorübergehend beendet. Die Frostgrenze steigt heute bereits über 2000m an, was man an den Stationsdaten gut mitverfolgen kann. Durch die rasche Durchfeuchtung der vorhandenen Schneedecke, gebietsweise verstärkt durch Regeneintrag,  können sich in den nächsten Tagen aus steilen Bereichen kleinere Nassschneerutsche lösen bzw. auf Grund abgleiten.

Prognose der Temperaturentwicklung für den restlichen November in ca. 1500m. Die rote Linie markiert das langjährige Mittel. Quelle: ZAMG

Stellenweise Gefahr durch frischen Triebschnee

Erstellt am 13. November 2016

Nach den für Mitte November relativ ergiebigen Schneefällen der vergangenen Woche waren am heutigen Sonntag doch schon einige Skitourengeher und Winterwanderer in den steirischen Bergen unterwegs.

Schneehungrige Winterwanderer und Skitourengeher am Präbichl. Quelle: LWD Steiermark.

Wie schon in den vorherigen Einträgen beschrieben, waren die Schneebedingungen für Skitouren im Gelände noch etwas dürftig. Allerdings sorgte starker Nordwestwind während des Schneefalls für umfangreiche Verfrachtungen und daher lokal durchaus für kritische Bedingungen.

Der starke Wind und kalter Neuschnee der letzten Tage sorgte kleinräumig für sehr unterschiedliche Schneeverhältnisse: Abgeblasene Hänge stehen mit Triebschnee gefüllten Rinnen gegenüber. Quelle: LWD Steiermark.

Eine Schneedeckenuntersuchung in einer mit Triebschnee gefüllten Rinne wies auf durchaus angespannte Verhältnisse hin. Die folgende Abbildung zeigt eine glatte Bruchfläche im Übergang von der älteren Schneedecke vom Wochenbeginn (6. und 7.11.) zur frischen Triebschneeauflage von Freitag und Samstag (11. und 12.11). Die Gefahr der Auslösung von Schneebrettlawinen war heute lokal sicherlich gegeben. Das dazugehörige Schneeprofil ist im LAWIS zu finden.

Glatte Bruchfläche im Übergang vom Altschnee zum frischen Triebschnee. Standort in Kammnähe einer ostexponierten Rinne auf ca. 1900 m. Quelle: LWD Steiermark.


Neuschnee und Wind am Wochenende

Erstellt am 11. November 2016

Zwischen Samstag und Dienstag dieser Woche brachte das Tief „Husch“ in den steirischen Bergen 30 bis 40 cm Neuschnee. Dieser Neuschnee hat sich mittlerweile gesetzt und bildet oberhalb von gut 1000 m ein erste dünne Unterlage für weiteren Schnee.

Von Freitagmittag bis Samstagnachmittag sorgt das nächste Tiefdruckgebiet „Julia“ insbesondere im Süden und Osten der Steiermark für weitere bis zu 40 cm Neuschnee (Abbildung 1), die bei teilweise stürmischem Nordwind fallen werden. Am Samstagabend bessert sich das Wetter und wir dürfen uns auf einen kalten, aber heiteren Sonntag einstellen.

Abbildung 1: Neuschneeprognose für Freitag und Samstag. Bis zu 40 cm Neuschnee werden erwartet. Quelle: ZAMG.

Auch am Sonntag wird die Schneelage noch nicht für gute Skitourenbedingungen ausreichen. Jene hartgesottenen Tourengeher, die ihre „Steinskier“ am Sonntag trotzdem ausführen wollen, werden wohl stärker durch unter der Schneedecke verborgene Steine als durch Lawinen gefährdet sein. Trotzdem ist bereits jetzt auf zwei Lawinenprobleme zu achten:

Erstens werden sich in windabgewandten Geländeformen oberhalb der Waldgrenze leicht auslösbare Triebschneeansammlungen bilden. Die ersten Triebschneerutsche wurden schon vergangenen Dienstag beobachtet (Abbildung 2). Nach Neuschnee und Wind vom Samstag nimmt die Gefahr durch Triebschneebretter deutlich zu. Eingewehte Bereiche sollten daher gemieden werden, auch wenn das eventuell die einzigen Bereiche mit genügend Schnee zum Skifahren sind.

Abbildung 2: Triebschneerutsch in der Schallerrinne auf der Hohen Veitsch. Quelle: AEG Hochsteiermark.

Zweitens ist, wie so oft zu Beginn des Winters, lokal auch mit kleineren Gleitschneelawinen zu rechnen. Gleitschneemäuler wurden bereits beobachtet (Abbildung 3). In Bereichen unterhalb von Gleitschneemäulern sollte man nicht unnötig viel Zeit verbringen.  

Abbildung 3: Gleitschneemaul im steirisch-niederösterreichischen Grenzgebiet auf der Rax. Quelle: Doris Eggl.

In der kommenden Woche erwartet uns erst freundliches und ab Mittwoch wechselhaftes Wetter bei höheren Temperaturen als zuletzt. Ab dem darauffolgenden Wochenende besteht wieder die Chance für einen neuerlichen Kaltlufteinbruch.